Archiv für Funkmikrofon

Test Wisycom Funkmikrofone, Teil 2

Posted in Funkmikrofon, Funkmikrofone, Praxis, Technik, Testberichte with tags , , on 31. Juli 2009 by klanggestaltung

Hier die ersten Eindrücke vom Praxistest:

– die Shoeps-Kapseln sind sehr klar, bringen gute Stimmen sehr gut zur Geltung, verzeihen aber auch nichts.

– die Bedienung des Handsenders ist sehr gut, ich habe noch ein neues Feature entdeckt: Lock. Damit kann man den Sender anschalten und den Hardware-Schalter deaktivieren. Das hat den großen Vorteil, daß ein Künstler den Sender nicht versehentlich ausschalten kann.

Unter dem Strich sind das Funkstrecken, mit denen man die Veränderungen in der Frequenzzuteilung sehr gut meistern kann. Die große Schaltbandbreite und Kompatibilität (die Sender können auch andere Kapseln aufnehmen, die Empfänger können Kompandersysteme anderer Hersteller emulieren, also z.B. auch Sennheiser-Sender empfangen)

Wisycom Test Teil 1

Posted in Funkmikrofon, Funkmikrofone, Praxis, Testberichte, Tontechnik with tags , , , , on 29. Juli 2009 by klanggestaltung

Der erste Teil des Wisycom-Tests ist gelaufen, System-Setup, Bedienung der Sender und des Empfängers, Einsprechen der Sender mit Gain- und LoCut-Anpassung.

Das Equipment:

Handsender MTH300 mit Shoeps Wechselkapseln (wir testen erst einmal die Nieren-Variante)

Taschensender MTP 30 mit Audio Technica Earset-Mikrofon

Doppelempfänger MRK 950 (da die Netzwerk-Option bei unserem Testgerät nicht verbaut ist lasse ich die Software außen vor, ein USB-Extender ist nicht an Bord und in hätte auch Bedenken, ob die bestehende ACE-Verbindung den Zusatz-Traffic verkraften würde)

Beim Setup fällt auf, daß Wisycom aus dem Intercom bzw. Broadcast-Bereich kommt. Die Sender sind recht leicht und hochwertig verarbeitet. Einstellungen werden über 4 Taster und ein Drehrad/Taster vorgenommen, ein OLED-Display zeigt Einstellungen und Geräte-Zustand an.

Die Sender-Features sind recht vielfältig:

– Gain in 2db-Schritten mit hochauflösender Pegelanzeige
– HF-Sendeleistung Low (10mW) und High (50mW) wählbar
– Low Cut bis 170Hz regelbar (praktisch, daß man sich die Bandbreite nicht mit Low-End verschenkt, welches man am Pult sowieso wegfiltern würde) Der Low Cut scheint recht zahm zu sein, ich schätze 12dB/Oktave
– alle Einstellungen können auch bei ausgeschaltetem HF-Teil vorgenommen werden, d.h. ein Spare-Sender ist bei laufender Show kein HF-Risiko

Der Empfänger ist ähnlich einfach über 3 Tasten und 1 Drehrad pro Kanal zu bedienen. Die Tasten gefallen mir auf Anhieb nicht so ganz, zu wenig Druckpunkt für meinen Geschmack. Wahrscheinlich bevorzuge ich sowieso die Software für umfangreiche Einstellungen. Alle üblichen Einstellungsmöglichkeiten sind vorhanden, der Squelch ist ziemlich fein regelbar. Es gibt eine Vorhörmöglichkeit am Gerät.
Hardwareseitig sind viele Optionen möglich, z.B. pro Kanal ein zweiter Ausgang, der am Sender per Tastendruck („Push to Talk“) aktiviert werden kann, für Moderatoren eine praktische Angelegenheit um z.B. auf einen Intercom-Kreis zu sprechen oder einfach nur als Räuspertaste.
Alle Ausgänge sind im Pegel schaltbar und haben eine Ground-Lift-Möglichkeit.

Beim ersten Ansprechen gefällt die Schoeps-Kapsel, morgen folgt ein Test mit Gesang.

Funkmikrofone, Frequenzzuteilung

Posted in geschäftliches, Praxis, Technik, Theorie, Tontechnik, unfreiwillige Komik, Veranstaltungen with tags , , , , , on 30. Juni 2009 by klanggestaltung

…ein heißes Thema, angeheizt durch die „Digitale Dividende“, zu der ich später noch komme.

Im Moment werden die meisten Funkmikrofone (im Verleih) in unsere Branche mit einer Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur im Frequenzbereich 790 – 814 MHz und 838 – 862 MHz betrieben.

Allgemeinzuteilung UHF, pdf

Für Anwendungen mit wenig Kanälen und wenig Budget gibt es das ISM-Band:

Allgemeinzuteilung ISM, pdf

Für Anwendungen mit erhöhtem Frequenzbedarf werden auch Einzelzuteilungen im restlichen UHF-Band erteilt.

Die regulatorische Grundlage findet sich hier (Bundesnetzagentur, Frequenzordnung).

Anwender von Funkmikrofonen (drahtlosen Mikrofonen) sind Sekundärnutzer, d.h. die Primäranwendung Rundfunk (hauptsächlich DVB-T) hat Vorrang. Das bedeutet, auch mit der Allgemeinzuteilung im UHF-Bereich dürfen diese Geräte nur betrieben werden, wenn die Primärnutzung nicht gestört wird. Da in den allgemein zugeteilten Bereichen durch die DVB-T-Umstellung im Prinzip keine Primärnutzung mehr stattfindet hat man sich auf der WRC auf eine Nutzung dieses Frequenzbereiches durch Mobilfunkanbieter zur Versorgung der ländlichen Gebiete mit Breitbandinternet geeinigt. Dazu noch eine Information aus dem Europaparlament von der Abgeordneten Erika Mann:

was ist die Digitale Dividende?

Das wird dafür sorgen, daß im Bereich der Allgemeinzuteilung (die bis Ende 2015 gilt) ein neuer Primärnutzer mit anderer Technologie auftritt, der dafür sorgen könnte, daß Sekundärnutzung nicht mehr möglich ist, und zwar weil entweder Funkmikrofone die Mobilfunknetzwerke stört oder andersherum eine störungsfreie Nutzung von Funkmikrofonen nicht mehr möglich ist.

Die Frequenzumverteilungsmaschine ist in vollem Gange, der Bundesrat hat unlängst einem Gesetz zugestimmt, das eine Auktion dieser Frequenzen ermöglicht:

Pressemitteilung

Das bedeutet eine also Änderung des Frequenznutzungsplans.

Daraufhin wird die Bundesnetzagentur diesen Frequenzbereich versteigern, vorher gibt es noch eine Anhörung interessierter Kreise (u.A. also die Veranstaltungsbranche), um eventuelle technische und regulatorische Rahmenbedingungen festzulegen.

Weitere Informationen gibt es bei

Safe our Spectrum

PS: Die Versteigerung wird wohl nicht, wie bei UMTS (Hans Eichel: „Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Steuerschulden“) sehr viel Geld einbringen.

Update: es gibt Neuigkeiten!