Archiv für beschallung

Ela Rocks Mössingen

Posted in Bands, Praxis, Tontechnik, Veranstaltungen with tags , , , , , , on 4. Juli 2009 by klanggestaltung

3.7.2009, Ela rockt Mössingen: Anreise, Hamburg Freihafen -> Reutlingen

Mit C_Shark und Jörg wollen wir heute enstpannt nach Mössigen fahren. Die Reise beginnt im Freihafen mit einem Vanille-Eis-Cappucino und geht dann direkt nach der Köhlbrandbrücke in eine entspannte Zollkontrolle über.

Die Köhlbrandbrücke ist ja auch nichts für schwache Nerven, der Kaptain der „Rotterdamm“ hat den Tidenhub nicht beachtet und ist direkt reingesemmelt. Diesen Moment hätte ich nicht gerne dort oben im Auto verbracht aber so, nach der Reperatur war es ganz angenehm und eine schöne Aussicht über den Hamburger Hafen.

In Bayern bei Wasserlosen habe ich das heftigste Gewitter mit Starkregen meines Lebens erlebt, Autos standen auf der Autobahn am Standstreifen, unter Brücken und auf Rastplätzen. Wir haben ein Plätzchen unter dem Dach der LKW-Zapfsäulen erwischt. Als plötzlich das Licht an der Tankstelle flackerte und die Rechner dort ausgingen wurde uns noch mal ganz anders zumute.

Hier die Wetterwarnung:

3.07.09

Wetterwarnungen für Bayern

Amtliche WARNUNG vor GEWITTER mit STURMBÖEN, STARKREGEN und HAGEL

für Landkreis und Stadt Schweinfurt

gültig von: Freitag, 03.07.2009 18:50 Uhr

bis: Freitag, 03.07.2009 22:00 Uhr

ausgegeben vom Deutschen Wetterdienst

am: Freitag, 03.07.2009 18:50 Uhr

Einzelne Gewitter, dabei stellenweise Starkregen bis 25 lqm in kurzer Zeit, kleinkörniger Hagel und lokale Windböen bis 60 km/h aus Südwest.

ACHTUNG Hinweis auf mögliche Gefahren:

Örtlich gibt es Blitzschlag. Bei Blitzschlag besteht Lebensgefahr Es können einzelne Äste herabstürzen. Achten Sie auf herabfallende Gegenstände. Während des Platzregens sind kurzzeitig Verkehrsbehinderungen möglich.

DWD RZ München

Zum Vergleich: in Schleswig-Holstein wurde vor Hitze gewarnt.

4.7.2009: Besichtigung Festivalgelände:

12x Mica pro Seite + HP700 -> da geht was heute abend…

Ein digitaler Bekannter wird lebendig: Markus Nachtigal ist für den FOH zuständig, also heute abend mein „Babysitter“.

Im Hotel gab es noch eine putzige Begegnung mit einer Cherry Coke. Und das wo ich neulich noch mit Andrea darüber sprach, welche gefloppten Sorten Coca Cola sich so angesammelt haben und ob es die eigentlich noch gibt.
Also weiß ich jetzt: es gibt noch bzw. wieder Cherry Cola und ich weiß auch wieder, warum es ein Flop war, für mich persönlich jedenfalls.

17:00 ist Lobby Call, dann fahren wir auf das Festivalgelände.

Konzertbericht folgt…

Fishman Aura

Posted in Bands, klanggestaltung, Praxis, Technik, Testberichte, Tontechnik, Veranstaltungen with tags , , , , , , on 30. Juni 2009 by klanggestaltung

Geräte, die Tontechnikern das Leben leichter machen:

Diesmal der Fishman Aura, ein Gitarren-Modeller.

Die „Hooters“ in der Fabrik, auf der Kanalliste standen „Aura SR“ und „Aura SL“ (stage left = auf der Bühne links, von der Bühne aus gesehen, von vorne also rechts).
Da wurde ich gleich hellhörig und fragte nach, was das wohl für ein Gerät ist. Turk (der Monitormischer der Gruppe, übrigens ein kompetenter und netter Zeitgenosse) erklärte mir, daß das  Geräte für akustische Instrumente sind, was genau sie machen war erstmal unklar, das Wichtigste: es ist ein symmetrischer XLR-Ausgang dran. Das klingt ja schon mal gut, ich denke mir: „eine Edel-DI-Box“.

Tatsächlich wird das Line-Signal zu einem Mikrofon-Signal modelliert, am Ende soll es so klingen als würde das Instrument über ein Mikrofon im Studio abgenommen, was auf der Bühne in den meisten Fällen nicht möglich ist.

Der Anschluß der Auren gestaltete sich dann auch erwartungsgemäß unspektakulär einfach, was hinten rauskam konnte fast 1:1 auf PA und Monitor gegeben werden, so wie es sein soll.

Es gibt inzwischen viele Geräte in dieser Richtung, ich freue mich darauf, daß meine Arbeit zumindestens in diesem Punkt (Abnahme von akustischen Instrumenten mit Pickup) ein wenig erleichtert wird.

Ich glaub‘ ich steh‘ im Wald

Posted in Bands, Praxis, Technik, Veranstaltungen with tags , , , , , , , , , , on 29. Juni 2009 by klanggestaltung

29.6.2009, Wildgehege Klövensteen:

Eine willkommene Abwechslung im Beschallungs-Alltag. Zielsetzung: ein Gesangstrio (ConTAKt) zum Parforce-Horn-Bläserkreis Nordheide verstärken.

Die Jager haben ein paar Bäume gefällt und daraus eine Bühne und Sitzbänke gebaut. Ich hätte nicht gedacht, daß an einem Ort bei Rissen mittem im Wald eine so schöne Location entstanden ist. Die kleine Beschallungsanlage ist schnell aufgebaut und alle Beteiligten sind ob des guten Wetters gut gelaunt. Lediglich die 4 Wildschweine am Spieß sind komplett aufgegessen als wir ankommen.

Zunächst spielt der Bläserkreis eine bunte Mischung aus Jagdmusik und alten Menuetten, die Ansagen zeugen von hohem musikalischen Wissen.

Dann wird zu ConTAKt übergeleitet, wir lernen, das „Amazing Grace“ von den Cherokee als Begräbnismusik verwendet wurde und wird. Endlich arbeiten 😉 Also ständig die Stimmverhältnisse anpassen und mit passenden Hallräumen versehen. Zu diesem Zwecke habe ich mit direkt mal am 01V96 4 Effekte gepatcht und im Custom Fader Layer in die Nähe der Stimmen gelegt. Weitere Fader habe ich mit dem Kontrabaß, den Monitor-Sends und dem Sub-Aux-Send belegt, damit ich auf alles in einer Ebene einen schnellen Zugriff habe. Akustisch spielt der Wald mit und erzeugt eine zum Zuhören sehr angenehme Stimmung. Das Konzert endet mit dem Bläserkreis, danach mehreren Dankeschöns und einer Einladung zum Essen.

Wer Kinder hat und in der Nähe von Hamburg wohnt, dem kann ich das Wildgehege Klövensteen nur wärmstens ans Herz legen, er ist von meinem Kollegen Thorsten und seinem Sohn Nico getestet und für gut befunden worden. Da dort 8 Tierarten angesiedelt sind gilt das Wildgehege sogar als Zoo.

Allen&Heath iLive(T) Testbericht

Posted in Praxis, Technik, Testberichte with tags , , , , , , on 25. Juni 2009 by klanggestaltung

Nach längerem Suchen nach einem neuen Digitalpult, welches kleine Konferenz- und Musikmisch Jobs erledigen kann bin ich 2008 über das iLive-System von Allen&Heath gestolpert. Da sich eine Kaufentscheidung meines Auftraggebers etwas verzögerte kam er in den Genuß eines unerwarteten Rabatts in Form der T-Serie.

Also wurde ein Demo-Gerät geordert (IDR 10 mit diversen analogen und digitalen In- und Output-Karten + iLive 80 Surface, also das modulare System) und ich durfte es testen.

Hauptsächlich ging es um Sprachbeschallung (Haupt-PA, Nearfills an der Bühne, Nearfills am Kopfende des Laufstegs, Delays, Ausspielungen für Webcast und Kamera) und die Verstärkung eines Stutzflügels.

Für die Sprache benutzen wir hauptsächlich Sennheiser HS2, den Flügel habe ich mit 2x Audio Technica ATM450 abgenommen.

Meine ersten Eindrücke am iLive: intuitiv, schnell, angenehm. Es ging natürlich schon beim Verlegen des „Multicores“ los. 2x CAT5e legen ist eine willkommene Abwechslung zu einem analogen Multicore.

Dann stellte ich fest: Am Surface (Bedieneinheit) fehlen mir Ausgänge, also Pult heruntergefahren, eine Ausgangs-Steckkarte aus dem MixRack entnommen, in das Surface gesteckt. Das Modulsystem der (großen) iLive ist nach dieser Erfahrung robust und einfach. Nach Hochfahren des Systems musste ich nur noch die Ausgänge zuweisen und schon ging es weiter.

In der Bedienung hatte ich mehrmals die Situation: Ich denke „jetzt möchte ich … machen, wie schön wäre es jetzt, wenn ich einfach … drücken würde und genau das passiert.“ Ich drücke mal dort wo ich denke und genau das passiert. Toll. Ebenso die Sicherung, daß man die 48V-Taste länger drücken muß um die Phantomspeisung an- oder auszuschalten.

Natürlich kam ich auch an Grenzen und zwar beim Kanal-EQ. Die 4-Band-Parametrik überlappt zwar aber es ist nicht möglich, 4 Notchfilter nah beieinander zu setzen.
Also nehme ich eine Gruppe zu Hilfe, um 4 weitere Bänder Parametrik-EQ und den Graphik-EQ zu bekommen. Moment, ich benutze Aux-Wege für die Near-Fills und die Monitore. Was nun?  Kein Problem, iLive ist weiterhin mein Freund, natürlich kann ich eine Gruppe, wie einen Kanal auch, auf meine Aux-Wege schicken. Toll.

Dann kann ich mir ja mal ein Headset aufsetzen, meinen Laptop und ein 15m-LAN-Kabel schnappen und auf der Bühne Koppelfrequenzen ziehen. Das macht ja Eindruck in der Halle 😉 Angenehm, daß es so unkompliziert ist, 2 Rechner gleichzeitig mit dem System zu verbinden (Am FOH stand ein Desktop mit großem Bildschirm für den Überblick und schnelles Patchen).

Der Flügel kommt. Es bleibt wenig Zeit für einen Soundcheck, also schnell die Mikrofone angebracht, mit Klemmen, damit es besser aussieht und der Flügel mobil bleibt. Ans Pult, Kanäle aufgezogen, viel musste nicht getan werden, der Flügel wird klingen.

Nach dem Job wurde überlegt, was denn jetzt gekauft wird, iLive war klar, am Ende wurde es das kleinste Paket der T-Serie, was die meisten Anforderungen meines Auftraggebers erfüllt und in Preis/Leistung einfach nicht zu schlagen ist.
Eventuelle Erweiterungen im Ein- und Ausgangsbereich am FOH können der Ethersound erfüllt werden, wenn die 6 analogen und 2 digitalen Ausgangskanäle am Surface nicht reichen sollten.

Inzwischen habe ich einige Jobs auf dem 80T machen können, beim letzten konnte ich sogar die Hallprogramme testen, die für meinen Geschmack sehr gelungen sind.

Inzwischen läuft die Kommunikation zwischen MixRack und Surface über ein FiberFox-System, zusammen mit DVI in eine Richtung sind alle 4 Fasern Multimode belegt. Gewandelt wird über Allied Telesyn-Converter.

Das Handling gefällt mir immer noch gut und ich freue mich darauf, mit der Zeit öfter an iLive-Konsolen arbeiten zu können.

Nachtrag Juli 2009:
Inzwischen habe ich einige Jobs mit der 80T machen können, hauptsächlich Sprachbeschallungen. Hier spielt der EQ seine Stärken eher nicht aus, mir fehlen noch Notch-Filter in ausreichender Anzahl. Das Routing über Gruppen hilft für den Moment. Am liebsten würde ich den Gruppen-Graphic-EQ gegen eine 8-Band-Parametrik eintauschen. Vielleicht gibt es auch bald einen PEQ für das Effekt-Rack, welches im Moment relativ brach liegt.
Eine Beschallung mit Musik (Improvisations-Theater mit Gesang und E-Piano) brachte für mich die Vorzüge des Pultes zum Vorschein, ein Gruppenmitglied fragte: „Oh, ein Digitalpult. Bist Du auch schnell damit?“ Ich konnte ruhigen Gewissens mit „Ja“ antworten und endlich den 482 Hall ausprobieren. Nett. Auch die Histogramm-Funktion in den Dynamics und die schnelle Beschriftung von Kanälen hat mir hier sehr geholfen.
Weiterhin warten wir auf die angekündigte Ethersound-Karte, damit wir die existierende Digigram-Hardware anbinden können, was die Input-Anzahl um 24 und die Output-Anzahl um 8 erhöhen würde.

Echte Stereophonie

Posted in Theorie with tags , , , on 25. Juni 2009 by klanggestaltung

Oft hat man nicht die Möglichkeit, bei einer Beschallung echte Stereophonie zu realisieren.
Das Resultat ist ein „exploded mono“-System, bei dem man bestenfalls Effekte in (Intensitäts-)Stereo fahren kann.
Eine Einordnung der Quellen auf der Bühne in ein Stereobild ist heikel, da durch die nicht vollständige Abdeckung der zu beschallenden Fläche große Teile des Publikums einen Mix hören, der definitiv nicht erwünscht ist.

Nun ist mir dieses Juwel in die Hände gefallen:

http://audiosystemsgroup.com/AES-StereoASGWeb.pdf (PDF, 2.58MB, englisch)

Sehr interessant finde ich den Ansatz von Snow (1930!) mit Delay-Line und Attenuator im Signalweg um eine Gleichverteilung (Amplitude und Ankunftszeit) der beiden Signale im Auditorium zu erreichen. Sehr bemerkenswert, vor Allem wenn man die Möglichkeiten der Signalverzögerung zu dieser Zeit bedenkt.

Auch LCR-Systeme werden angeschnitten, hier ist der technische Aufwand noch höher.

Ich denke, es lohnt sich, über solche Ansätze nachzudenken und sie im Sinne der Qualität umzusetzen, wann immer es möglich ist.