Archive for the Theorie Category

Klanggestaltung

Posted in klanggestaltung, Praxis, Psychologie, Theorie, Tontechnik with tags , , , , on 2. Juli 2009 by klanggestaltung

Was ist eigentlich Klanggestaltung?

Klanggestaltung (engl. Sounddesign) bedeutet für mich die Verwendung von Klängen, um Gefühle zu erzeugen.

Eingesetzt wird Klanggestaltung sehr vielfältig, z.B. „tunen“ Autohersteller den Klang ihrer Autos (z.B. das Motorgeräusch und der Klang der Türen beim Schließen), damit der Kunde (Fahrer, Fan) das ganz besondere Gefühl erlebt.

Bei Hörspielen werden ganze Welten aus Klang erschaffen, Filme erhalten unterstützende Klangwelten.

Im Veranstaltungsbereich kann Klanggestaltung auch helfen, indem z.B.:

  • durch Hintergrundmusik eine angenehme Athmosphäre für Besucher geschaffen wird
  • funktionelle Musik bei Kongressen Pausen einleitet und beendet

Meine ersten bewussten Begegnungen mit Klanggestaltung hatte ich am Theater, nach einiger Zeit als Ton-Operator fing ich an, das Tonkonzept schon früh mit dem Regisseur zu entwickeln. Hier ein paar Beispiele für Ideen aus dieser Zeit:

  • Enter Hamlet.“, Regie Nora Somaini: Hier habe ich einen sehr tiefen Ton beim Einlass gespielt, nahe der Resonanzfrequenz des Raumes, damit das Publikum sozusagen „schlechte Laune“ bekommt und so auf das Stück eingestimmt wird. Wir haben empirisch herausgefunden, daß die Aggressivität im Publikum merklich ansteigt, wenn der Ton über längere Zeit läuft.
  • „Verschwörung: Fiesko. Clavigo. Maschinenfabrik N und K“, Regie Nicolas Stemann: Hier wurde sehr viel mit Räumen gearbeitet, Stimmen wurden mal direkt, mal indirekt gestützt, um den Eindruck von Nähe und Ferne zu vermitteln.
  • „Klingt meine Linde“, Regie Tina Seeland: Die allgemeine Endzeit-Stimmung wurde vom Klangkünstler Y-TON-G realisiert, mein tontechnisches Highlight war ein Elektro-Schocker, der spontan bei den Proben aus dem Berühren eines offenen Miniklinkensteckers bei voll aufgedrehter Probenanlage entstand. Erstaunlicherweise gab es eine Rückkopplung und alle waren geschockt. In diesem Moment wusste ich, daß es der richtige Sound werden würde. Bei diesem Stück habe ich selbst den Ton nicht gefahren, sondern mein Kollege Janne, ich bekam bei jeder Aufführung einen Schreck, als der Sound abgefahren wurde.
    Die Klanggestaltung wurde in 2 Videos noch weiterentwickelt.

Mittlerweile wird Klanggestaltung bei Kongressen und Schulungen benutzt, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Bei entsprechender Konsultation entwickele ich gerne mit Kunden Konzepte, um Psychologie und Tontechnik zusammenzubringen.

Funkmikrofone, Frequenzzuteilung

Posted in geschäftliches, Praxis, Technik, Theorie, Tontechnik, unfreiwillige Komik, Veranstaltungen with tags , , , , , on 30. Juni 2009 by klanggestaltung

…ein heißes Thema, angeheizt durch die „Digitale Dividende“, zu der ich später noch komme.

Im Moment werden die meisten Funkmikrofone (im Verleih) in unsere Branche mit einer Allgemeinzuteilung der Bundesnetzagentur im Frequenzbereich 790 – 814 MHz und 838 – 862 MHz betrieben.

Allgemeinzuteilung UHF, pdf

Für Anwendungen mit wenig Kanälen und wenig Budget gibt es das ISM-Band:

Allgemeinzuteilung ISM, pdf

Für Anwendungen mit erhöhtem Frequenzbedarf werden auch Einzelzuteilungen im restlichen UHF-Band erteilt.

Die regulatorische Grundlage findet sich hier (Bundesnetzagentur, Frequenzordnung).

Anwender von Funkmikrofonen (drahtlosen Mikrofonen) sind Sekundärnutzer, d.h. die Primäranwendung Rundfunk (hauptsächlich DVB-T) hat Vorrang. Das bedeutet, auch mit der Allgemeinzuteilung im UHF-Bereich dürfen diese Geräte nur betrieben werden, wenn die Primärnutzung nicht gestört wird. Da in den allgemein zugeteilten Bereichen durch die DVB-T-Umstellung im Prinzip keine Primärnutzung mehr stattfindet hat man sich auf der WRC auf eine Nutzung dieses Frequenzbereiches durch Mobilfunkanbieter zur Versorgung der ländlichen Gebiete mit Breitbandinternet geeinigt. Dazu noch eine Information aus dem Europaparlament von der Abgeordneten Erika Mann:

was ist die Digitale Dividende?

Das wird dafür sorgen, daß im Bereich der Allgemeinzuteilung (die bis Ende 2015 gilt) ein neuer Primärnutzer mit anderer Technologie auftritt, der dafür sorgen könnte, daß Sekundärnutzung nicht mehr möglich ist, und zwar weil entweder Funkmikrofone die Mobilfunknetzwerke stört oder andersherum eine störungsfreie Nutzung von Funkmikrofonen nicht mehr möglich ist.

Die Frequenzumverteilungsmaschine ist in vollem Gange, der Bundesrat hat unlängst einem Gesetz zugestimmt, das eine Auktion dieser Frequenzen ermöglicht:

Pressemitteilung

Das bedeutet eine also Änderung des Frequenznutzungsplans.

Daraufhin wird die Bundesnetzagentur diesen Frequenzbereich versteigern, vorher gibt es noch eine Anhörung interessierter Kreise (u.A. also die Veranstaltungsbranche), um eventuelle technische und regulatorische Rahmenbedingungen festzulegen.

Weitere Informationen gibt es bei

Safe our Spectrum

PS: Die Versteigerung wird wohl nicht, wie bei UMTS (Hans Eichel: „Unerwartete Mehreinnahmen zur Tilgung von Steuerschulden“) sehr viel Geld einbringen.

Update: es gibt Neuigkeiten!

Powerpoint macht impotent ;-)

Posted in Psychologie, Theorie, unfreiwillige Komik with tags , , , on 27. Juni 2009 by klanggestaltung

Na ja, nicht direkt impotent.

Es ist eher so eine temporäre Impotenz, Informationen aufzunehmen. Lest selbst, „Beamer an, Hirn aus!“:

Spiegel Netzwelt:

Echte Stereophonie

Posted in Theorie with tags , , , on 25. Juni 2009 by klanggestaltung

Oft hat man nicht die Möglichkeit, bei einer Beschallung echte Stereophonie zu realisieren.
Das Resultat ist ein „exploded mono“-System, bei dem man bestenfalls Effekte in (Intensitäts-)Stereo fahren kann.
Eine Einordnung der Quellen auf der Bühne in ein Stereobild ist heikel, da durch die nicht vollständige Abdeckung der zu beschallenden Fläche große Teile des Publikums einen Mix hören, der definitiv nicht erwünscht ist.

Nun ist mir dieses Juwel in die Hände gefallen:

http://audiosystemsgroup.com/AES-StereoASGWeb.pdf (PDF, 2.58MB, englisch)

Sehr interessant finde ich den Ansatz von Snow (1930!) mit Delay-Line und Attenuator im Signalweg um eine Gleichverteilung (Amplitude und Ankunftszeit) der beiden Signale im Auditorium zu erreichen. Sehr bemerkenswert, vor Allem wenn man die Möglichkeiten der Signalverzögerung zu dieser Zeit bedenkt.

Auch LCR-Systeme werden angeschnitten, hier ist der technische Aufwand noch höher.

Ich denke, es lohnt sich, über solche Ansätze nachzudenken und sie im Sinne der Qualität umzusetzen, wann immer es möglich ist.