Archive for the Psychologie Category

Mischer bei der Arbeit

Posted in Praxis, Psychologie, Veranstaltungen with tags , , , on 12. Juli 2009 by klanggestaltung

Wieso verführt der Anblick eines arbeitenden FOH-Mischers eigentlich so sehr zum Fragenstellen?

Das Vertrauen in den Wissensstand des Technikers über die Veranstaltung, die Verwandschaftsverhältnisse der Bandmitglieder und die Lage der Nation im Allgemeinen ehrt mich zwar ABER:

1. Arbeite ich gerade in diesem Moment.
2. Brauche ich für diese Arbeit meine Ohren.

An alle Konzertbesucher: bitte niemals ohne wirklich triftigen Grund (16-Tonnen-Gewischt fällt gerade auf den FOH, Pult brennt oder dergl.) einen mischenden Tonmann ansprechen. Es ist im Prinzip so, als wenn man einem Busfahrer vor den Augen rumwedelt. Und einer der Gründe, warum ich lieber Monitor mische.

PS: der FOH ist nicht nur kein Auskunftsbüro sondern auch keine Garderobe. Und Lichtleute sollte man während der Show auch nicht ansprechen.

Klanggestaltung

Posted in klanggestaltung, Praxis, Psychologie, Theorie, Tontechnik with tags , , , , on 2. Juli 2009 by klanggestaltung

Was ist eigentlich Klanggestaltung?

Klanggestaltung (engl. Sounddesign) bedeutet für mich die Verwendung von Klängen, um Gefühle zu erzeugen.

Eingesetzt wird Klanggestaltung sehr vielfältig, z.B. „tunen“ Autohersteller den Klang ihrer Autos (z.B. das Motorgeräusch und der Klang der Türen beim Schließen), damit der Kunde (Fahrer, Fan) das ganz besondere Gefühl erlebt.

Bei Hörspielen werden ganze Welten aus Klang erschaffen, Filme erhalten unterstützende Klangwelten.

Im Veranstaltungsbereich kann Klanggestaltung auch helfen, indem z.B.:

  • durch Hintergrundmusik eine angenehme Athmosphäre für Besucher geschaffen wird
  • funktionelle Musik bei Kongressen Pausen einleitet und beendet

Meine ersten bewussten Begegnungen mit Klanggestaltung hatte ich am Theater, nach einiger Zeit als Ton-Operator fing ich an, das Tonkonzept schon früh mit dem Regisseur zu entwickeln. Hier ein paar Beispiele für Ideen aus dieser Zeit:

  • Enter Hamlet.“, Regie Nora Somaini: Hier habe ich einen sehr tiefen Ton beim Einlass gespielt, nahe der Resonanzfrequenz des Raumes, damit das Publikum sozusagen „schlechte Laune“ bekommt und so auf das Stück eingestimmt wird. Wir haben empirisch herausgefunden, daß die Aggressivität im Publikum merklich ansteigt, wenn der Ton über längere Zeit läuft.
  • „Verschwörung: Fiesko. Clavigo. Maschinenfabrik N und K“, Regie Nicolas Stemann: Hier wurde sehr viel mit Räumen gearbeitet, Stimmen wurden mal direkt, mal indirekt gestützt, um den Eindruck von Nähe und Ferne zu vermitteln.
  • „Klingt meine Linde“, Regie Tina Seeland: Die allgemeine Endzeit-Stimmung wurde vom Klangkünstler Y-TON-G realisiert, mein tontechnisches Highlight war ein Elektro-Schocker, der spontan bei den Proben aus dem Berühren eines offenen Miniklinkensteckers bei voll aufgedrehter Probenanlage entstand. Erstaunlicherweise gab es eine Rückkopplung und alle waren geschockt. In diesem Moment wusste ich, daß es der richtige Sound werden würde. Bei diesem Stück habe ich selbst den Ton nicht gefahren, sondern mein Kollege Janne, ich bekam bei jeder Aufführung einen Schreck, als der Sound abgefahren wurde.
    Die Klanggestaltung wurde in 2 Videos noch weiterentwickelt.

Mittlerweile wird Klanggestaltung bei Kongressen und Schulungen benutzt, um optimale Ergebnisse zu erzielen.

Bei entsprechender Konsultation entwickele ich gerne mit Kunden Konzepte, um Psychologie und Tontechnik zusammenzubringen.

Powerpoint macht impotent ;-)

Posted in Psychologie, Theorie, unfreiwillige Komik with tags , , , on 27. Juni 2009 by klanggestaltung

Na ja, nicht direkt impotent.

Es ist eher so eine temporäre Impotenz, Informationen aufzunehmen. Lest selbst, „Beamer an, Hirn aus!“:

Spiegel Netzwelt: